Pressemitteilung 28. April 2023

Amazon ist in Berlin nicht willkommen!

+++ Kundgebung Freitag 28.04, 18 Uhr Amazon Tower an der Warschauer Straße +++ GEGEN Amazon und FÜR Arbeitsrechte, Umwelt, Gemeinschaft und Zukunft +++ Das Bündnis Berlin vs. Amazon sagt: Amazon ist in Berlin nicht willkommen! +++ 14 alternative „Leadership Principles” für Amazon +++

Berlin, 28.04.2023. Am Freitag 28.04.2023 um 18 Uhr kommen daher am Amazon Tower an der Warschauer Straße Arbeiter:innen, Gewerkschaften, Kiezinitiativen und Aktivist:innen aus Wohnungsbau-, Klima- und anderen Bewegungen aus ganz Berlin zusammen um gegen die zerstörerische Rolle von Amazon in unserer Stadt zu kämpfen.

Amazon ist Umweltverschmutzer, Ausbeuter, Gentrifizierer und Steuerhinterzieher – es gibt mehr als genug Gründe, gegen Amazon Widerstand zu leisten. Der Konzern steht für so vieles, das in unserem Wirtschaftssystem falsch läuft.

Das Bündnis Berlin vs. Amazon sagt: Amazon ist in Berlin nicht willkommen!

Amazon bereitet sich auf den Umzug in sein neues Hochhaus-Headquarter in Friedrichshain vor. Das Unternehmen ist berüchtigt dafür, Arbeiter:innen auszubeuten, die Umwelt zu zerstören und Steuern zu vermeiden. Der Amazon-Tower wird die Aufwertungs- und Verdrängungsprozesse im Kiez weiter befeuern.

In Anlehnung an Amazons 14 „Leadership Principles” wurden alternative Grundsätze für ein tatsächlich verantwortungsvolles Konzernhandeln formuliert. Ohne sich nach diesen zu richten, kann Amazon nicht erwarten, in Berlin willkommen geheißen zu werden.

ARBEITER:INNENRECHTE

  1. FAIRE LÖHNE UND ARBEITSZEITEN
  2. GESUNDHEIT UND SICHERHEIT
  3. DEMOKRATISCHE ARBEITSVERHÄLTNISSE
  4. INTERNATIONALE SOLIDARITÄT

UMWELT

  1. DEKARBONISIERUNG
  2. ZERO-WASTE
  3. LOKALES STÄRKEN
  4. DEGROWTH

GEMEINSCHAFT

  1. STEUERN ZAHLEN
  2. KIEZE SCHÜTZEN
  3. SCHLUSS MIT ÜBERWACHUNG
  4. KEINE UNTERSTÜTZUNG REPRESSIVER ORGANE

ZUKUNFT

  1. MONOPOL ZERSCHLAGEN
  2. VERGESELLSCHAFTUNG EINLEITEN

Uns ist bewusst, dass diese „Leadership Principles“ schwer mit Amazons Profitstreben vereinbar sind. Nicht unser Problem! Die Gewinne von Amazon dürfen nicht auf Kosten von Arbeiter:innen, unserer Nachbarschaft oder des Planeten gehen.

Berlin vs Amazon in Solidarität mit der globalen Make Amazon Pay-Kampagne.

#BerlinvsAmazon #NoAmazonTower #TheWrongAmazonIsBurning #b2804

——–

 

Kontakt: 

https://berlinvsamazon.com/

Email: info@berlinvsamazon.com

 

Informationen und Fotos finden Sie auf Twitter: @berlinvsamazon

und Instagram: @berlinvsamazon

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Tower Projekte in Berlin

Neukölln

Der 176m EstrelTower an der Sonnenallee im globalen Phallus-Look soll ab 2024 neben Event-Hotel auch Serviced Apartments, CoWorking, StartUp Inkubator & Private Dining Rooms bieten.

Und für Neuköllner*innen? Aufwertung & Verdrängung

Alexanderplatz

Der Signa Tower mit 134m soll am Alexanderplatz in Berlin-Mitte entstehen. Ein Hundertstel der Fläche hat Signa dem Land Berlin als “gemeinnützige Fläche” zugesichert – also mietpreisreduzierte Flächen und soll hier sogar Berlin “entgegengekommen” sein. 1% – Kein Witz!

134m Signa Tower

150m #MonArchTower

130m #CovivioTower

Der Tower wegen dem der Tunnel der U2 monatelang beschädigt war! Artikel Tagesspiegel

134m #HinesTower

Bericht bei Architekturvideo mit Beitrag vom rbb

Hermannplatz

Damit am Hermannplatz mit Signas Karstadt-Plänen nicht ähnliches passiert, regt sich Widerstand durch die Initiative Hermannplatz.

Kein Abriss, Keine “Aufwertung”, Keine Verdrängung. Gegen Scheinbeteiligung und für einen Hermannplatz für Alle!

Friedrichshain

Und auch direkt neben dem Amazon Tower sind weitere Hochhäuser geplante oder im Bau wie z.B.:

90m #StreamTower (von Signa für Zalando)

100m #RAWTower (#Kurt)

Die Towers zerstören nachhaltig Kiez-Strukturen!

Und noch weiteres zum Thema Hochäuser in Friedrichshain und Kreuzberg, hier könnt ihr nachlesen, wo noch überall mehr oder weniger hohe Gebäude entstehen sollen: https://berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=9950

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Black Friday-Kundgebung Nov. ’22

Am Freitag, den 25. November 2022, werden sich Gewerkschaften und Aktivisten aus der Wohnungsbau-, Klima- und anderen Bewegungen in ganz Berlin mit Arbeitnehmern zu einer Aktion zusammenschließen, um Amazon zur Kasse zu bitten.

Wir werden uns vor dem „Amazon-Hochhaus“ (das derzeit in der U-Warschauer Straße gebaut wird) versammeln, um zu zeigen, dass Berlin sich geschlossen gegen die zerstörerische Rolle von Amazon in der Stadt und der Welt stellt.

Amazon ist ein Umweltverschmutzer, ein Ausbeuter, ein Gentrifizierer und ein Steuerverweigerer. In unserer Stadt, in ganz Deutschland und im Ausland hat Amazon seine Macht aufgebaut, indem es Arbeiter ausbeutet, die Umweltzerstörung vorantreibt, politische Macht kauft und Steuern hinterzieht.

Wir organisieren uns aus zwei einfachen Gründen: um unsere Solidarität mit den Tausenden von Arbeitern zu zeigen, die sich am Schwarzen Freitag gegen Amazon wehren, und um das Bewusstsein für die zerstörerische Rolle von Amazon in unserer Stadt zu schärfen.

Schließt euch uns an! Gemeinsam werden wir die Macht unserer Gewerkschaften, Organisationen und Bewegungen stärken und die Kapazitäten aufbauen, um unseren gemeinsamen Herausforderungen zu begegnen. Nur wenn wir uns über Kämpfe hinweg zusammenschließen, können wir die großen Krisen unserer Zeit bewältigen.

Dies ist Teil einer globalen Kampagne mit Streiks und Aktionen in über 30 Städten auf der ganzen Welt: makeamazonpay.com

Aus Solidarität,

Make Amazon Pay Action Coalition

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Spekulatius statt Spekulationen

“nom nom nom this fucking Amazon Tower tastes fucking great!”

guerillaarchitects.de/portfolio/spek

No one needs you!!

Spekulatius statt Spekulationen

Spekulatius statt Spekulationen

Berliner Originale

Mit unseren „Berliner Originalen“ verabschieden wir uns herzlich aus dem Jahr 2020 und freuen uns mit euch zusammen auf das Kommende. Dreht den Spieß um, backt euch eure eigenen drei Spekulationsobjekte, verputzt sie und genießt es. Denn für die nächsten Jahre Berliner Mietendeckel gilt das Motto: Fressen statt gefressen werden!

Für interessierte Hobby-Spekulanten kommt hier unsere Back- und Bauanleitung für den Teig-gewordenen Traum ganz besonderer Spekulatius-Kekse.

Rezept für die Spekulatius-Kekse:

250g weiche Butter
250g feiner Zucker
2 TL Spekulatiusgewürz
1 Ei
30ml Milch
500g Mehl
1 TL Backpulver

Das Mehl und das Backpulver mischen und für später beiseite stellen. Dann die Butter sehr weich werden lassen und mit dem Zucker vermischen. Mit einem elektrischen Rührbesen so lange schlagen, bis der Zucker aufgelöst ist (alternativ kann die Butter auch vorher erhitzt werden – durch die Wärme der geschmolzenen Butter löst sich der Zucker besser auf). Das Ei und die Milch miteinander mischen und nach und nach zur Butter-Zucker Masse hinzugeben. Wenn alles gut schaumig ist, die Mehl-Backpulver Mischung hinzugeben. Dabei nicht zu viel kneten, sonst wird der Teig zäh. Danach sollte der Teig am besten eine Nacht kühl stehen.

Am zweiten Tag, knetet man den Teig leicht durch und formt eine Rolle in der Länge der Holzform. Mit dem Besen verteilt man gleichmäßig Mehl auf der Form und dreht diese dann um, damit überschüssiges Mehl herausfällt. Danach drückt man die Teigrolle mit den Händen fest in die Form. Die Holzform wird dann mit der Oberseite nach Unten auf das zusammen gefaltete Tuch geschlagen, wodurch die einzelnen Kekse herausfallen und auf ein gefettetes Blech gesetzt werden können und bei ca. 180°C gebacken werden bis sie goldgelb glänzen.

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Demo gegen Gentrifizierung 9.7.22

Ihr habt uns die Stadt gestohlen
Gebt sie wieder her!

Ob Amazon Tower, RAW-Pläne oder Laskerkiez- Baustellen:
Wir sind sauer! Kommt zur Demo gegen Gentrifizierung:
Samstag 15.00 Uhr S-Bhf Warschauer Str. ✊❤️‍🔥 #NoTowerForBezo

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No Tower for Bezos

Am U-Bhf Warschauer Str. 17.30 Uhr!
Diesmal safe mit Mucke und Anlage 💥🎶✊
#NoTowerForBezos #NoAmazonTower

Am Mittwoch 27.04 gibt es wieder Rabatz gegen Amazon.

Kommt rum

“Still not loving Amazon!”
Der Tower hat jetzt vielleicht ein Drittel seiner geplanten Größe erreicht und nervt die Nachbarschaft mit üblem Sound.
Lasst es uns nicht leise hinnehmen! 😤 👊

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Planungen RAW Gelände April ’22

Es ist so fancy, es ist so cool: Glasfassade für’s Astra, 100m RawTower, Urban Spree abgerissen, “Markthalle”.
RAW Gelände Friedrichshain bald Mercedes Benz Platz 2.0 🤢

Dieses Bild ist trotz Horrorplänen noch reichlich beschönigt.

Kurth Immobilien haben “nur” einen Aufstellungsbeschluss, KEINEN B-PLAN! Anders als beim Amazon-Tower, könnte sich hier nochmal was ändern! Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zieht bisher voll mit. Das muss sich ändern.

Warum wird dem Investor das gewährt? Er sagt, er könne der Kunst und Kultur auf dem RAW keine bezahlbaren Räume bieten, wenn er nicht, wie er will, bebauen darf. Mieter*innen auf dem RAW sind dementsprechend wenig widerständig und der Bezirk lässt sich auf den Deal ein.

Eine äußerts zweifelhafte wirtschaftliche Machbarkeitsstudie dient als Grundlage für diese irren Pläne. Es würde quasi notwendig sein, so viel zu bauen. Die @InitiativeRaw hat Politiker*innen auf die Fehler in der Studie hingwiesen. Bisher ohne Erfolg.

Wollt ihr das RAW Gelände krass zugebaut, richtig zugebaut, oder mega zugebaut?

Wir erinnern uns an die Planungsbilder:

Entwurf 1: Holzer Kobler

Entwurf 2: Ortner & Ortner Baukunst

Entwurf 3: Astoc Architects and Planners

Entwurf 4: COBE / MVRDV Berlin

Na welchen findet ihr am geilsten? Denkt an den armen Investor Kurth Immobilien, der Rendite machen muss!

Update: Zu den städtebaulichen Perlen an Entwürfen für’s RAW Gelände möchten wir euch diese neuen Planungsbilder nicht vorenthalten: Der Amazon Tower soll Geschwisterchen kriegen!

Wer da noch ruhigen Puls behält, ist echt verloren.
Wer sprachlos ist, vollstes Verständnis! 💜

Es geht auch noch schlimmer: Mercedes Benz Platz 2.0 Es braucht dringend ne Ansage an den Bezirk der da bisher voll mitgeht, allerdings einiges verhindern könnte!

Mehr Infos findet ihr hier: https://raw-kulturensemble.de/beitraege/raw-aktueller-planungsstand folgt @InitiativeRaw und macht euch selber stark für #RAWGelände

#NoRawTower #RAWRekommunalisieren #RAWselbstverwalten!

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alexa wo bin ich? Audiotour Juni ’21

Am Freitag 25.06 & Samstag 26.06. findet rund um die “AmazonTower” Baustelle und Mercedes-Benz-Areal eine interaktive & kostenlose Audiotour statt.

Es geht um Artwashing der Immobilienbranche, der Frage von Gentrifizierung durch Tech-Industrie, Künstliche Intelligenz und die Perspektive der unterschiedlichen Akteur*innen auf den Bau des Towers.

Veranstaltungslink: https://fb.me/e/2uPprDQXr

Alexa, der persönlicher Sprachassistent von Amazon, nimmt Dich mit auf eine Audioreise rund um die Baustelle des neuen Amazon/EDGE Towers.

Gemeinsam mit Alexa bewegst du dich zwischen East Side Mall, Amazon-Tower, Mercedes Benz Platz und der Warschauer Straße. Durch dein Smartphone trittst du mit Alexa in Kontakt, die dir Aufgaben und Anweisungen zu jedem weiteren Schritt schicken wird. Alexa will dabei stets wissen und lernen und du wirst ihr dabei helfen die Community verstehen zu lernen und sie sich anzueignen.

Wie versteht sie Widersprüche und Begehren, Kritik und Widerstand, wenn sie als neugierige Intelligenz auch davon lernt? Willst du ihr zeigen was sie nicht weiß?
Dabei macht keine*r die gleiche auditive Reise, da Du selbst auswählst, welchen Audiopfad du nimmst indem Alexa dich entsprechend deiner Interessen unterschiedlich durch das Gelände führt. Letztlich wird am Ende die Frage auf welcher Seite du stehst nicht die letzte sein und dir wird ein Einblick gewährt in das Umfeld von Alexas neuem Zuhause in Berlin.

Audiotour am
Freitag den 25. Juni von 12-18 Uhr
Samstag den 26. Juni von 14-19 Uhr

Länge ca. 30-40 Minuten

Bitte aufgeladenes Smartphone und Kopfhörer mitbringen!
Falls keines vorhanden ist bitte vorher anmelden.

Radio-Gespräch über “Alexa: wo bin ich?” und das Phänomen Artwashing nachzurhören bei @fassadenfunk:
https://archive.org/…/fassadenfunk-14-artwashing…

Die Audiotour ist entstanden im Rahmen vom Prélude, der @Kunsthochschule Berlin Weissensee und ist ein Projekt der Künstler*innen Marina Resende Santons & @jakob__wirth

Kommt rum! 🦖

Für die Tour braucht ihr ein aufgeladenes Smartphone und Kopfhörer. Wer keines hat, melde sich bitte hier an: alexa_wo_bin_ich@posteo.de

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Amazon Adbusting ’20

Werbung nervt.

In diesem Fall hat die anonyme Ad-Hack-Gruppe “Stay Cyborg” ganze Arbeit geleistet und überall in Berlin auf Amazons zerstörerische Praktiken aufmerksam gemacht. Uns gefällt’s.

Honest Amazon Ads Coming to Your City

If we could package eviction, we’d ship it to you!
If we could package surveillance, we’d ship it to you!
If we could package tax evasion, we’d ship it to you!
If we could package exploitation, we’d ship it to you!

Falls ihr auch mal Ad-hacken wollt: http://stealthisposter.org

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Save your Kiez – fight Amazon – Demobericht

Bericht über die „Save your Kiez – fight Amazon“ Demonstration am 22.02.2020.

Unter dem Motto „Save your Kiez – fight amazon“ protestierten vergangenen Samstag 500-800 Menschen gegen den geplanten Amazon-Tower in Friedrichshain. . Das höchste Haus Berlins befindet sich bereits im Bau und soll als Amazon-Zentrale genutzt werden. Die vielschichtige und vielstimmige Kritik daran drückte sich in einer Vielfalt an Transparenten, Schildern, Sprechchören und Redebeiträgen aus. Aufgerufen hatten verschiedene Gruppen, darunter u.a. Berlin vs. Amazon, Tech Workers Coalition, Kiezkommune Friedrichshain und die Initiative RAW.Kulturensemble.

Ab 14 Uhr sammelte sich eine bunte Mischung aus Interessierten am Frankfurter Tor. Den Start der Demonstration verzögerte die Polizei. zunächst durch eine übergenaue technische, Sie spielte TÜV und überprüfte den Überprüfung des Lautsprecherwagen, ganz genau überprüfte, bis hin zum Motor sowie Demoschilder, Transperente und Flyer. Diese Zeit wurde für einige interessante Redebeiträge genutzt. Erst danach konnte die Kundgebung beginnen. Den Auftakt machte die Initiative „Berlin vs. Amazon“. Sie warnte vor den Auswirkungen einer Ansiedlung Amazons auf Friedrichshain & Berlin: Steigende Mieten bzw. Immobilienpreise, Verdrängung von Kiezstrukturen, (sub)kulturellen Angeboten und Kleingewerben sowie rasant steigende Obdachlosigkeit. Eben diese Folgen zeigen sich teilweise in dystopischen Ausmaßen bereits in Städten wie San Francisco oder Seattle, wo sich Internetkonzerne wie Amazon, Google, Apple oder Facebook ausgebreitet haben. Anschließend redeten zwei Amazon-Beschäftigte, welche extra aus dem polnischen Poznan und hessischem Bad Hersfeld angereist waren. Sie thematisierten die schlechten Arbeitsbedingungen in Amazons Logistik bzw. Verteilerzentren. Dabei kritisierten sie die unternehmensinternen Überwachungspraktiken, die prekären Beschäftigungsverhältnisse sowie die feindliche Haltung des Unternehmens gegenüber gewerkschaftlicher Organisation. Um die deutschen Streiks zu brechen, habe Amazon extra einen großen Standort in Polen eröffnet, wo 20.000 Menschen prekär für wenig Lohn (rund 4,30€/Stunde) sowie ohne Sonntagszuschlag in langen Schichten arbeiten und viele dafür auch eine weite Anreise in kauf nehmen müssen. Die Menge machte deutlich, dass ein Unternehmen, welches seine Arbeiter:innen drangsaliert, überwacht und dessen Arbeitsverhältnisse an moderne Tagelöhnerei erinnern, in Berlin nicht willkommen ist.

Best of luck today & all power to the people” (Grußbotschaft aus New York)

Nach den eindringlichen Worten der Beschäftigen wurde zum Schluß der Auftaktkundgebung eine Solidaritätsbotschaft von AktivistInnen aus New Yorck City verlesen. Anfang 2019 verhinderte dort eine organisierte und engagierte Nachbarschaft erfolgreich die neue Amazon Firmenzentrale.

“Hi Berlin vs Amazon! This is Queens Neighborhoods United, sending you all the vibes from NYC”

Los geht’s!”

Mit der motivierenden Grußbotschaft aus NYC im Rücken zog die Demo, begleitet von einem übertriebenen Polizeiaufgebot (von rund 300 Einsatzkräften), quer durch den Friedrichshainer Südkiez. Richtung U-Bahnhof Warschauer Straße. In der Rigaerstraße wurde die Demonstration mit buntem Feuerwerk begrüßt und es kam es zu einem ersten kurzen Zwischenstopp. In kurzen Redebeiträgen wurde dabei auf die drohende Räumung des feministischen Hausprojekts Liebigstraße 34 sowie auf den Widerstand gegen das Neubauprojekt der CG-Gruppe in der Rigaer Straße 71 bis 73 hingewiesen und sich mit den dortigen rebellischen Kiezstrukturen solidarisiert.

Die Demonstrationsroute

»Der Tower muss weg!«

Auch während der Demo wurden die verschiedenen Kritikebenen an Amazon in Zusammenhang mit dem Bauprojekt an der Warschauer Straße lautstark und sichtbar zum Ausdruck gebracht. Sprechchöre und Transparente forderten u.a. die Enteignung von marktradikalen Webtech- Unternehmen wie Amazon, AirBnB oder Lieferando und machten somit deutlich, dass Unternehmen, deren Umsatz auf Überwachung, dem kommerziellen Auswerten bzw. Handel mit NutzerInnendaten sowie Steuervermeidungsstrategien beruht, nichts in unseren Kiezen zu suchen haben. Am Rande der Demo kam es immer wieder zu spontanen Solidaritätsbekundungen von Nachbar:Innen sowie Passant:Innen, die den Protestzug von Balkonen grüßten, interessiert Flyer entgegennahmen oder sich spontan der Demonstration anschlossen.


“Amazon als gesellschaftliches Problem begreifen”

Insgemsat wurde durch die Demonstration deutlich, dass der geplante Zuzug Amazons nach Friedrichshain nicht nur aus stadtpolitischer Perspektive extrem problematisch ist. Onlineplattformen, die massenhaft Daten sammeln, diese durch künstliche Intelligenz gestütze Prozesse für deren marktradikale monopolistischen Praktiken ausnutzen und unser alltägliches Handeln beeinflussen, stellen ein gesellschaftliches Problem dar. Der Kampf gegen Amazon in Friedrichshain ist somit auch eine kritische Suche nach Antworten für die großen Fragen bezüglich der zukünftigen Nutzung von Künstlicher Intelligenz und deren Einfluss auf gesellschaftliche Transformationsprozesse: Wem gehören unsere Daten? Zu welchen Zwecken werden diese ausgewertet? Wie können wir verhindern, dass diese nicht kommerziellen Interessen dienen? Was bedeutet eigentlich Selbstbestimmung in Zeiten algorithmisierter Beeinflussung und Künstlicher Intelligenz? Und unter welchen Umständen wollen wir in Zukunft leben und arbeiten?


Der Kampf geht weiter; denn der Tower muss weg!

Die Demo war ein gelunger Auftakt um über den Amazon Edge Tower an der Warschauer Brücke und die damit drohende Verdrängung von Anwohner:nnen zu informieren. Wir werden uns mit weitern Initiativen im Kiez, der Stadt, national und international vernetzen und uns auch weiterhin mit den starken Amazon-Arbeiter:Innen, die ihre Ausbeutung bei dem Konzern nicht hinnehmen, solidarisch zeigen. Für eine wiederständige und lebendige Kiezkultur – denn die Stadt gehört uns!

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