save your kiez – fight amazon Demo ’20

*english below*

Demonstration für eine gemeinsame Zukunft

Das Geheimnis der Baustelle an der Warschauer Brücke ist gelüftet: Kein anderer als der Internetgigant Amazon will mit 3.500 gut bezahlten Arbeiter:innen in das 140 Meter hohe Hochhaus namens „EDGE East Side Berlin” einziehen. Auch Firmen wie Zalando, Lieferando und viele weitere eröffnen derzeit Zentralen oder bauen ihre eigenen Riesenprojekte, dies ist nur ein kleiner Ausblick auf die kommenden Veränderungen in Berlin.

Zusammen wollen wir am 22. Februar gegen Amazon und für eine Stadt von unten demonstrieren.

Amazon will in unseren Kiez!

Wer will einen Konzern wie Amazon, der ohne Rücksicht auf Verluste Bereiche wie den Versandhandel monopolisiert, seine Kund:innen überwacht und seine Arbeiter:innen drangsaliert, neuwertige Waren vernichtet und mit Abschiebebehörden zusammen arbeitet hier im Kiez?

Mit einer Ansiedlung Amazons in Friedrichshain droht sich die bereits angespannte Lage um ein Vielfaches zu verschärfen.
Seattle und San Francisco leiden noch immer an den drastischen Folgen des ungehinderten Tech-Urbanismus: explodierende Mietpreise, steigende Obdachlosigkeit und eine wachsende Einkommensschere.

Das Kapital gewinnt nicht immer

Aber es geht auch anders: In New York musste Jeff Bezos (Chef von Amazon) vor einem Jahr unter lautem Protest der Anwohner:innen das Weite suchen und seine Hauptquartierspläne abblasen.
Machen wir es ihnen nach!

Kiezkultur verteidigen!

Was nützt der Mietendeckel und das Mantra „…die Stadt gehört euch!”, wenn zeitgleich dem Tech-Kapital die Tür weit offen gehalten wird? Was wir grade erleben ist die erzwungene Veränderung unserer Stadt von oben. Kleingewerbe und soziale Einrichtungen werden verdrängt, Freiräume, selbstverwaltete Häuser und Kultureinrichtungen werden bedroht und verschwinden – zentrale Bestandteile einer vielfältigen und lebendigen Stadt.

Liebig34, Potse, Drugstore, Köpi, Rigaer94, Lause, Syndikat und Meuterei, Friedel54, RAW, K-Fetisch, SabotGarden und Diesel A, alle müssen bleiben! Wir werden nicht weichen, wo die Profitinteressen von Konzernen uns zu verdrängen versuchen. Wir sind alle bedroht, auch der Wohnungsmarkt bietet keine Sicherheit.

Luxusneubau, Clubsterben und Kiezzerstörung, Mietsteigerung und Obdachlosigkeit. Nicht mit uns!

In einer entsolidarisierten Stadt rücken wir Bewohner:innen zusammen!

Die versprochene bedarfs- und klimagerechte Stadt von morgen – wir wollen sie heute!

Kein Amazon Tower! Wir bleiben alle!


Eindrücke

Video von kommon.jetzt


Demonstration for a Shared Future

The secret of the construction site at the Warsaw Bridge is out: The internet giant Amazon wants to move into the coming 140 meter high skyscraper – called “EDGE East Side Berlin” – with 3,500 well-paid workers. Tech companies such as Zalando, Lieferando and many more are also currently opening headquarters or building their own giant developments in Berlin. This is just a small glimpse of the coming changes to our city.

We will demonstrate together on February 22nd against Amazon and for a city with bottom-up instead of top-down politics.

Amazon Wants Our Neighborhood!

But who wants a company like Amazon, which is monopolizing the mail order sector, subjecting its customers to surveillance and mistreating its workers, destroying basically new goods, and working together with deportation authorities here in our neighborhood?

With Amazon setting up shop in Friedrichshain, the already tense housing situation here threatens to become far worse. Seattle and San Francisco are still suffering from the drastic consequences of unfettered tech urbanism: exploding rents, rising homelessness and a growing income gap.

Capital Doesn’t Always Win

There is another way: One year ago Jeff Bezos (Amazon CEO) had to leave NYC and abandon his headquarter plans there due to the massive protests of the locals.
Let’s do what they did!

Defend Kiez Culture!

What use are the rent cap and the mantra “…the city belongs to you!” if at the same time the door is left wide open for tech capital? What we are experiencing right now is our city being changed, by force and top-down. Small businesses and social institutions are being displaced, unregulated spaces, collective house projects and cultural institutions – all important parts of a diverse, living city – are endangered and are disappearing.

Liebig34, Potse, Drugstore, Köpi, Rigaer94, Lause, Syndikat and Meuterei, Friedel54, RAW, K-Fetish, SabotGarden and Diesel A, all must stay! We will not give way where the profit interests of corporations try to displace us. We are all in danger, even the housing market offers no security.

New luxury developments, closing clubs and the destruction of our neighborhoods, rent hikes and homelessness. Not with us!

In a city lacking in solidarity, we residents are sticking together!

The promised needs-based and climate-friendly city of tomorrow – we want it today!

No Amazon Tower! We are all staying!

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Berlin Vs. Amazon beim Chaos Communication Congress (36C3)

Ein paar Leute von Berlin Vs. Amazon nahmen spontan am Chaos Communication Congress (36C3) in Leipzig Teil. Mit einer satirischen Performance machten sie auf den Amazon Tower und die negative Unternehmenspolitik von Amazon aufmerksam.

Wieso weiß Amazon schneller, dass ich schwanger bin als meine Freunde?” fragt eine Frau. “Du bist einfach viel ehrlicher mit uns, als mit deinen Freunden. Danke für dein Vertrauen! Wir von Amazon lieben Ihre Daten und bewahren sie gerne für Sie auf!”

Alexa sitzt in einer silbernen Cloud im Einkaufswagen, ihre Stimme hallt durch die Messehallen. Neben ihr laufen mehrere Inkarnationen von Jeff Bezos, gemeinsam treiben sie den Berliner Bär vor sich her. Die Gäste des CCC können Alexa alles fragen. Selbst hier erkennen viele Jeff Bezos nicht. Andere vermuten, dass in jedem smarten Alexa-Lautsprecher eine Kopie von Jeffs Ohr eingebaut ist. “Alexa kann sehr gut zuhören” bestätigt dann auch Alexa selbst und Fotos mache sie auch gerne, inklusive Gesichtserkennung.

Sie beantwort laufend Anfragen und wandelt diese direkt in Bestellungen jeglicher Art um. “Mit unserem Amazon Crime overnight express-service ist ihre Bestellung direkt morgen früh bei Ihnen. Wir von Amazon beuten unsere Mitarbeiter*innen gerne aus.” Wieder ein

Die Datenwolke zieht weiter. Alexa postiert sich neben den Toiletten und stoppt die Zeit, so wie sie es in Amazons Fulfillment Centern gelernt hat. Am laufenden Band werden Leute für zu lange Klogänge gefeuert. Nebenbei beantwortet Alexa Fragen und sammelt persönliche Daten. Das Publikum ist begeistert, doch der Berliner Bär stellt sich in den Weg. Er verteilt Fight-Blätter gegen den Amazon-Tower. Die Jeff Bezos schieben ihn zur Seite, “Der Berliner Bär muss zwangsgeräumt werden. ”

Beruhigend ist, dass auf dem CCC die Menschen Amazon und Alexa sehr kritisch sehen. Keine*r der Befragten hat eine Alexa zuhause und nur wenige hatten schonmal im Privatleben Kontakt mit dem “Spion” oder “Mikrofon-dings”, wie sie es nennen. Und dann sollte man einfach den Stecker ziehen. “Welche (utopische) Frage würdest du gerne einmal Alexa stellen?” wurde durchweg mit dem Wunsch nach Selbstzerstörung beantwortet. “Wie funktioniert der Selbstzerstörungsmodus”

https://events.ccc.de/congress/2019/wiki/index.php/Assembly:Berlin_Vs_Amazon

Danke @CCC, wir kommen gerne wieder.

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Berlin vs. Amazon 1. Aktionstag ’19

Aktionstag mit Infotisch, Kundgebung und Performance auf dem Mittelstreifen der Warschauer Straße

Der erste große Aktionstag der Kampagne Berlin vs. Amazon rückt das Gebiet um das geplante Hochhaus an der Warschauer Brücke in den Fokus: Amazon hat bekannt gegeben, mit rund 3400 Mitarbeiter*innen im Entwicklungsbereich 28 der 35 Stockwerke zu beziehen.

Mit dem Aktionstag werden Fakten rund um Amazon in den Stadtraum gebracht, der zukünftig von diesem Konzern betroffen ist. In Soundinstallationen kommen Anwohner*innen und Gewerbetreibende rund um die Warschauer Straße zu Wort. Mit Performances und partizipativen Aktionen wird zudem künstlerisch auf die Thematik aufmerksam gemacht.

An der Metropolregion San Francisco, Oakland und Silicon Valley lassen sich die Folgen eines unkontrollierten WebTech-Urbanismus gut nachvollziehen: dort befinden sich mittlerweile die teuersten Grundstücke der Welt, die zu enormen Mietpreissteigerungen in der Peripherie geführt haben. Ehemalige linksalternative und aktivistisch geprägte Nachbarschaften werden hyperkapitalistisch transformiert. Ähnliche Entwicklungen können für Friedrichshain und ganz Berlin erwartet werden und die sowieso schon angespannte Lage droht sich weiter zu verschärfen: Die lebendige Kiezkultur mit einer diversen Einzelhandelsstruktur, alternativen Kulturräumen und langjährigen Anwohner*innengruppen wird mehr denn je unter Druck geraten. Doch Amazon ist auch für sich gesehen kein Konzern, der nach Friedrichshain gehört. Amazon ist ein Konzern, der massenhaft neuwertige Waren vernichtet, seine Mitarbeiter*innen ausbeutet, die nicht gerade im Entwicklungsbereich arbeiten und auf seine Milliardengewinne keinerlei Steuern zahlt: Amazon ist kein guter Nachbar.

Über den Tag verteilt Hunderte Menschen. Viele Plakate & Schilder, eine tolle Performance, Diskussionen und zahlreiche gesammelte Stimmen & geknüpfte Kontakte mit Anwohner*innen. Das war der Start, nächstes Jahr geht’s weiter! Danke!

Berlin vs. Amazon ist ein Zusammenschluss aus Anwohner*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen, die in Bündnissen bzw. Kampagnen wie Make Amazon Pay,  Fuck off Google, Tech Workers Coalition Berlin und No Google Campus aktiv waren.

Artikel auf Indymedia

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